20.11. Transgender Day of Remembrance

Pressemitteilung

Am 28. November 1998 wurde die afro-amerikanische Trans*frau Rita Hester in ihrer Wohnung in Allston ermordet. Das naheliegende trans*feindliche Motiv des bis heute unaufgeklärten Verbrechens veranlasste die Autorin, Trans*-Aktivistin und Grafikdesignerin Gwendolyn Anne Smith aus San Francisco zur Gründung des Internet-Projekts „Remembering Our Dead". Zu Ehren Rita Hesters und in Gedenken an all jene Menschen, die aufgrund von Trans*feindlichkeit ihr Leben lassen mussten, findet seit 1999 initiiert durch Gwendolyn Ann Smith am 20. November der „Transgender Day of Remembrance" statt.

Insbesondere vor dem Hintergrund aktueller politischer Entwicklungen wie dem vom US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump eingebrachten Gesetzesentwurf, dass das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht als unveränderbar festschreibt und so die Existenz von inter* und trans*geschlechtlichen Personen verneint, ist es immer noch und vor allem jetzt wichtig, gemeinsam öffentlich auf das Thema aufmerksam zu machen und sich mit vereinten Kräften dagegen zu stellen. Eine Onlinebefragung zur Lebenssituation von Brandenburger LSBTIQ-Personen, die das Brandenburgische Sozialministerium 2017 durchführen ließ, hatte zum Ergebnis, daß 77 % der befragten Trans*Personen in den vergangenen Jahren Diskriminierung erfahren haben, 67 % der befragten Trans*Personen berichten von körperlichen Übergriffen.

So erschreckend wie die Zahlen des Trans Murder Monitoring (TMM), einem Projekt von Transgender Europe (TGEU), das Morde an trans* und ‚genderdiverse' Menschen weltweit überwacht, sammelt und analysiert, mit 369 Toten im Jahr 2018 sind, so alarmierend ist die Tatsache, dass die Anzahl der gemeldeten Fälle in den letzten Jahren sogar zu- statt abgenommen hat. Die Dunkelziffer wird allerdings noch weitaus höher geschätzt, weshalb auch die Bundesvereinigung Trans* e.V. in ihrer Presserklärung zum diesjährigen Transgender Day of Remembrance mehr Sensibilisierung und Schutz vor trans*feindlichen Straftaten in Deutschland fordert.

Deshalb schließen wir uns in Gedenken an die Ermordeten den Worten von Transgender Europe an:

"We continue to fight until we all are safe.". (https://tdor.tgeu.org/)

Zugleich fordern wir die Landesregierung auf, ihre Anstrengungen im Rahmen des von ihr verabschiedeten Aktionsplans für die Akzeptanz von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, für Selbstbestimmung und gegen Homo- und Transphobie in Brandenburg zu intensivieren und die Projekte finanziell derart auszustatten, daß diese Maßnahmen auch brandenburgweit wirksam werden können. Es braucht aus unserer Sicht vor allem eine auskömmlichere Finanzierung qualifizierter Beratungs- und Unterstützungsangebote im Bereich Trans* wie sie z.B. vom Regenbogenkombinat Brandenburg in Cottbus und Potsdam oder z.B. von der Kontakt- und Koordinierungsstelle für Mädchenarbeit im Land Brandenburg angeboten werden.

Fachtag zu Transgeschlechtlichkeit

Am 29. November 2018 findet ein Fachtag des Brandenburger Sozialministeriums zu Transgeschlechtlichkeit in der Kassenärztlichen Vereinigung unter dem Motto „Miteinander statt Übereinander reden" im Schwerpunkt für Mediziner_innen und offen für Interessierte statt. Für die Teilnahme an der Veranstaltung werden 3 Weiterbildungspunkte durch die Landesärztekammer vergeben

Fachtag „Miteinander statt Übereinander reden" zum Thema Transgeschlechtlichkeit
Am 29.11.2018 von 14 – 18 Uhr in den Räumen der
Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg
Pappelallee 5 | 14469 Potsdam

Anmeldung werden unter marion.schmidt@masgf.brandenburg.de erbeten.

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